Andrea glaubt nicht an den weisen, alten Mann, der auf einer dicken Wolke im Himmel wohnt. Sie möchte ihn deshalb auch nicht mit einem Teil ihres Gehalts unterstützen. Dafür ist sie extra aus dem Verein ausgetreten. Doch wohin sie auch geht, sie fühlt immer seine Anwesenheit. Der gibt wohl nie auf.
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Heimspiel

Gastbeitrag von: www.dahool23.de
Jedes Spiel schaut sich Hermann an. Jedes Wochenende gehört ihm. Er kommt ins Stadion, er zahlt Eintritt, er hört sich die Fachsimpeleien der Sitznachbarn an. Und das, obwohl er keine Ahnung von Fußball hat. Seine 90 Minuten Freiheit sind teuer erkauft, aber jeden Cent wert.
Einmal die 42, bitte!

In Mr. Chows China Restaurant werden die Sitten der Heimat gewahrt. Jeder Gast muss vor dem Betreten seine Schuhe ausziehen. Doch so mancher vergisst sie hinterher wieder anzuziehen, weil er nach dem Verzehr der fernöstlichen Spezialitäten, schnell das Weite sucht. Sehr zur Freude des Kochs, der jeden Sonntag die vergessenen Treter auf dem Flohmarkt verkauft.
Licht am Ende des Tunnels

Alles wird immer schlechter. Das Wetter. Der Job. Die Ehe. Die europäische Union. Der Drucker. Die Mettwurst. Das Fernsehen. Die Gesellschaft. Der Campingplatz. Die Werbung. Das Deutsch. Und überhaupt das Ganze. Aber es gibt noch Hoffnung. Und die leuchtet irgendwo, auch bei schlechter Sicht.
Ode an die Mode

Maurice ist es ziemlich egal, was gerade Mode ist. Er trägt das, was ihm seine Frau kauft. Und natürlich auch das, was ihm seine Tochter schenkt. Warum das angeblich nicht immer zusammenpasst, wird er nie herausfinden. Auch, wenn ihm das seine beiden Modeexpertinnen schon tausend mal erklärt haben.
Schweres Los

Franca war davon überzeugt, durch Lotteriespielen reich zu werden. Jede Woche kaufte sie Lose. Zuerst waren es drei, weil das aller guten Dinge ist. Dann sechs. Zuletzt waren es zwölf. Eines Tages sah sie ein, dass sie spielsüchtig war und hatte zum Glück eine Idee wie sie davon loskommt. Losverkäufer dürfen nicht mitspielen – also hat sie sich kurzerhand bei der Lotteriegesellschaft beworben.
Haltestelle ohne Halt

Die Busline 4 hat eines Tages einen anderen Streckenverlauf bekommen. Im Zuge dessen wurde auch die Bushaltestelle an der Calle de la Cruz verlegt – ohne Camille zu fragen. Darüber ärgerte sie sich so sehr, das sie sich fort an jeden Tag demonstrativ an die ehemalige Haltestelle saß. Als lebendes Mahnmal für alle Wartenden.
Erkennungszeichen: schwarze Lederjacke
Jorge war pünktlich und unfassbar aufgeregt am vereinbarten Treffpunkt – zu seinem ersten Blind Date. Mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde er noch nervöser. Sie würde eine schwarze Lederjacke tragen, hatte sie ihm geschrieben. So erkennt er sie. Doch in diesem Jahr tragen scheinbar alle Leute schwarze Lederjacken. Einige Sekunden später bemerkte er, dass er selbst eine trug. Ein rote Rose wäre wohl hilfreicher gewesen.
Die Sonne ist das Ziel

Schon als Kind träumte Luisa davon, eines Tages auf Key West zu leben. Denn in ihrer kanadischen Heimat, war es zwar unglaublich schön, aber auch ebenso kalt. Mit 20 packte sie also ihren alten, klapprigen Ford und fuhr los. Bis sie 30 Meilen vor ihrem Ziel liegenblieb – auf der Insel Marathon. Dort ist sie noch heute.
Angler-Latein
Bill war der glückloseste Angler des ganzen Dorfes. Genau wie schon sein Vater, Opa und Urgroßvater. Statt frischen Fisch fingen sie stets alten Plunder wie Fahrräder, Stiefel und manchmal sogar Schmuck aus dem Meer. Das verkauften sie dann auf Antik-Flohmärkten in der großen Stadt. Und davon konnten sie gut leben.